Traumprotokolle

Hosentaschenfibel für Traumagenten

Theodor W. Adorno tat es, Heiner Müller und viele andere ebenso: ihre Träume protokollieren. Was erhoffen sie sich von dem Versuch, das absolut Flüchtige festzuhalten? Charlotte Beradt fand in den 30ern des vorherigen Jahrhunderts heraus, dass Träume nicht nur Psychoanalytiker beschäftigen, sondern auch eine Menge gesellschaftspolitisch relevanter Informationen, teilweise sogar unsere Zukunft enthalten können. Wir haben also einfach mal eine gewisse Menge an Träumen unterschiedlichster Menschen gesammelt und sie im vorliegenden Büchlein zu einem sozialen Traumtext montiert.

Wer eine Vision hat, der sollte zum Arzt gehen.
Helmut Schmidt

Im Zeitalter der Überwachung ist der Traum unsere ungestörteste, ungefiltertste, uns alle verbindendste Kommunikation. Solange wir es nicht Computerspielen, Apple-Gadgets, Hollywood oder der Werbung überlassen, ihn für uns zu »designen«. Das vorliegende Büchlein mag also als ein Kassiber alternativer Visionen in einer angeblich visionsfreien und alternativlosen Gesellschaft dienen. Oder umgekehrt die Untragbarkeit des Ist-Zustandes mittels innerer Bilder aussprechen. So oder so: Wer versteht, wovon wir hier reden, wird diese Träume zu deuten wissen. Dream on!

von helfersyndrom
mit Illustrationen von Zejlko Vidovic
Hablizel-Verlag, Reihe small parts isolated and enjoyed
Juni 2015
Rückendrahtheftung
44 Seiten
4,90 Euro (D)
ISBN 978-3-941978-20-1
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